Verliebt, verlobt, verrottet


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Schöne Frauen und Zombies - Mystery mal anders . . .

Lovelybooks, Leserpreis 2010, Rubrik Fantasy: es gewinnt „Panem“. Textauszug: „Spürst du, was sie wirklich fühlt? Seitdem Katniss und Peeta sich geweigert haben, einander in der Arena zu töten, werden sie vom Kapitol als Liebespaar durch das ganze Land geschickt. Doch da ist auch noch Gale, der Jugendfreund von Katniss. Und mit einem Mal weiß sie nicht mehr, was sie wirklich fühlt – oder fühlen darf. Als immer mehr Menschen in ihr und Peeta ein Symbol des Widerstands sehen, geraten sie alle in große Gefahr. Und Katniss muss sich entscheiden – zwischen Peeta und Gale, zwischen Freiheit und Sicherheit, zwischen Leben und Tod“ – meine Nackenhaare stellen sich auf!

Ich bin also mal wieder über ein Romantik-/Mystery-Buch gestolpert – wenn es nach mir geht, ein Beitrag aus einem unheilvollem Subgenre, das ich wohl aus Selbstschutz völlig aus meinem literarischen Leben ausgeblendet habe, weil es vermutlich das Herz eines jeden Geeks zu Stein erstarren lässt, wenn er mitansehen muss, wie Vampire, Werwölfe, Gargoyles oder andere Geschöpfe der Nacht in dämlichen Gefühlsduselromanen mit Fantasytouch bis zur Unkenntlichkeit von jungen sinnlichen Frauen verfolgt und vergöttert werden.
Wenn ich bloß das Wort „Vampir“ höre, dreht sich mir inzwischen der Magen um. Schade, das war mal anders gewesen.
Zu jener Zeit handelten übrigens Herzschmachtromane noch von Ärzten, Grafen und dem Kurier des Zaren (schöne alte Zeit).
Mittlerweile ist das ganze gruselige „Biss zum was-auch-immer“-Genre (Originale und Epigonen in gr. und kl. Verlagen eingeschlossen) zwar immer noch überall in den Verkaufscharts auf den ersten Plätzen, aber es sieht so aus, dass den Autoren langsam die mystischen Wesen ausgehen.
Deshalb, liebe Romantikthrillerautoren, denkt an die Einnahmen eurer Verlage, verzagt nicht, nutzt die Gunst eines zweiten, derzeit aktuellen Subgenres: dem Zombieroman.
Stellt euch doch mal vor: all diese niedlichen kleinen Untoten, die nur darauf warten, Bekanntschaft mit dem weiblichen Geschlecht zu machen. Und mal ehrlich, liebe Freundinnen und Freunde der Nacht, welche junge Heldin würde nicht davon träumen, ihren blutarmen Vampir oder ihren ganzkörperbehaarten Werwolf gegen einen atemberaubenden (!!) jungen Untoten einzutauschen?
(Ich seh schon die Cover: „Biss zum Unterarm“ oder „Mit Haut und Haaren“ . . . )
Die Kombination zweier Erfolgsthemen müsste eigentlich auch zur Verdopplung des Umsatzes führen!
PS: Verlegerin Dorthe Hodemacher hat schon eine passende Umsetzung gefunden.