Michael S. V. Preis im Gespräch #2


Ethendi - die Runenklinge
Ethendi - die Runenklinge

WW: Du hast mit dem Ethendi-Portal an nichts gespart, selbst eine Community-Site ist vorhanden. Ist das im digitalen Zeitalter notwendig, muss man als Autor mit der Zeit gehen, oder sollte das Sache des Verlags sein?

MP: Das kann man sehen wie man will. Ich habe einfach den Vorteil, dass ich mich Hauptberuflich mit derlei Sachen beschäftige und es somit für mich wichtig ist, am Entstehungsprozess und dem Design teilzuhaben. Aber generell halte ich es für eine lohnenswerte und sicherlich richtige Entscheidung, die Werbeplattform „Internet“ zu nutzen. Das Internet wird immer mehr genutzt, und bietet so vielfältige Möglichkeiten auch für kleines Geld seine Produkte vorzustellen. Sei es in Foren, auf der eigenen Webseite oder in den Social-Media-Portalen. Ob es Sache des Verlags sein sollte, ist schwer zu beantworten. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein wichtiger Aspekt dabei ist natürlich der finanzielle Teil. Da ich, wie bereits erwähnt, mein Brot mit Marketing und Werbung verdiene, weiß ich auch, dass Webseiten (entgegen der weitverbreiteten Meinung), besonders wenn ein gut durchdachtes Konzept im Hinblick auf Struktur Design und Umsetzung dahinter steckt, eine Menge Arbeit bedeuten und dementsprechend Kosten verursachen. Gerade für kleinere Verlage ist es somit gar nicht möglich, für jeden ihrer Autoren, etwas derartiges aus dem Boden zu stampfen.

WW: Ist eBook für dich ein Thema? Glaubst du, traditionell gedruckte Bücher werden in den nächsten Jahren verschwinden?

MP: eBook ist definitiv ein Thema für mich. Ich habe selbst schon Texte auf eBook-Reader gelesen und bin ein Freund von technischen Neuerungen. Ich glaube allerdings, dass man differenzieren muss. Ähnlich wie bei MP3-Downloads und Audio-CDs. Ich habe eine wunderschöne Bücherwand in meiner Wohnung – wie traurig sähe es aus, wenn dort nur ein eBook-Reader liegen würde. Meines Erachtens gibt es zwei wichtige Aspekte, die einen kompletten Durchbruch für eBooks derzeit noch unmöglich machen. Das ist zum einen der Sammeltrieb des Menschen, er will seine gekauften Werke ins Regal stellen und anschauen können. Und als zweiten Punkt sehe ich einfach noch immer genug Menschen, die gerne ein Buch in der Hand haben wollen, der Haptik zuliebe. Aber nichtsdestotrotz spricht nichts gegen eBooks. Gerade die jüngste Zeit hat gezeigt, dass immer mehr Leute (auch unterstützt durch den Apple-iPad-Boom) sich der modernen Form des Buches annähern. Und somit wäre es ja beinahe sträflich, wenn man den Markt ignorieren würde. Denn was spricht dagegen, ein Buch gedruckt und digital herauszubringen.

WW: Was liest Michael Preis, wenn er neben Ethendi und Werbeagentur Zeit für die Muse findet?

MP: Leider viel zu wenig. Ganz ehrlich, ich komme derzeit wirklich kaum dazu selber zu lesen. Aber wenn es dann doch mal klappt, gebe ich mich gerne guter fantastischer Literatur (Die Zwerge, Harry Potter und natürlich ganz klassisch Herr der Ringe) hin. Sage aber auch bei einem Thriller (Das Symbol, Verblendung, etc.) nicht nein.

WW: Wenn du einen Blick in die Zukunft wirfst, was kommt als nächstes? Wie geht es mit Ethendi weiter?

MP: Leider habe ich heute meine magische Zauberkugel zu Hause vergessen. Also muss es wohl auch so funktionieren. Ich hoffe natürlich, dass mein Roman Anklang findet und den Lesern gefällt. Es ist unheimlich schwer – gerade bei einem Erstlingswerk – einzuschätzen, ob und wie der Schreibstil und das, was an Ideen in meinem Kopf herumschwirrt ankommt. Aber – und das lässt hoffen – das Feedback, das mich bisher erreicht hat, war durchweg sehr positiv. Sowas motiviert natürlich ungemein zum Weiterschreiben.
So habe ich dann auch bereits mit den ersten Seiten der Fortsetzung begonnen. Im Laufe der Überarbeitungen und Korrekturen von „Die Runenkriege“ haben sich viele neue Ideen aufgetan und das theoretische Konstrukt für den zweiten Teil „Ethendi – der dunkle Pakt“ ist fertig.
Darüber hinaus teste ich gerade eine weitere Idee für eine Buchreihe an meiner Rollenspielgruppe – die, wie so oft, herhalten muss für allerlei abstruse und verrückte Einfälle.
Zusammenfassend lässt sich also sagen: Genug Ideen sind vorhanden. Sei es um die Geschichte des Ethendi–Universums voran zu treiben, oder aber für ganz neue fantastische Erzählungen.

Michael S. V. Preis - zum Schmökern (selbst im eigenen Werk) bleibt nicht mehr viel Zeit.
Michael S. V. Preis - zum Schmökern (selbst im eigenen Werk) bleibt nicht mehr viel Zeit.

Zweiter und letzter Teil des Interviews mit Michael S. V. Preis.