Alex Thomas im Gespräch #2


Alex Thomas "Lux Domini" - © Angelika Klein / Bildschön
Alex Thomas "Lux Domini" - © Angelika Klein / Bildschön

WW: Ihr wohnt weder in Rom, noch arbeitet ihr im kirchennahen Bereich. Was hat euch an dieser (eigentlich schon breitgetretenen) Thematik „Kirchenthriller“ fasziniert? Ist es vielleicht die Faszination nach hermetischem Wissen, das Autoren wie Leser gleichermaßen antreibt, immer wieder im Umfeld des Vatikans nach Geschichten zu suchen?

Alex: Neben naturwissenschaftlichen haben mich kirchengeschichtliche Themen immer schon interessiert. So trug ich die ersten Ideen zu dieser Romanwelt schon seit der zweiten Hälfte der Neunziger mit mir herum. Und jedes Mal wenn ich ein Sachbuch zum Thema las oder auch nur den ein oder anderen Zeitungsartikel, fügte sich in meinem Bewusstsein ein weiteres Mosaiksteinchen zu dieser Welt hinzu. Ciban, Catherine & Co. spukten schon sehr früh in meinem Kopf herum. Im Grunde ist die ganze Romanwelt des ANKH-Universums um diese beiden Figuren – vor allem Ciban – herumgebaut. Als ich meinem Mann dann die ersten Entwürfe und Texte zeigte, fing auch er Feuer, denn wenn wir beide neben wissenschaftlichen Fakten etwas lieben, dann sind es Rätsel und Mysterien. Und gerade die christliche Mythologie ist voll davon.

WW: Die Protagonistin, Catherine Bell, ist ein übersinnliches Medium, sie kann die „Auren“ anderer Menschen sehen. War dieses „esoterische“ Element mit Absicht in das Umfeld des Katholischen Glaubens gesetzt worden? In der christlichen Lehre würden doch solche Befähigungen eigentlich als Hexerei angesehen werden . . .

Alex: Im Grunde ist die Kirche das ganze Mysterium des christlichen Glaubens. Die Geschichte der Kirche ist voll von mysteriösen Persönlichkeiten mit rätselhaften Fähigkeiten, von Heiligen und Wundern, nehmen wir nur mal Jeanne d‘Arc oder Franz von Assisi. Über den mentalen Charakter der Kirche zu spekulieren und einen Orden wie das „Lux Domini“ ins Leben zu rufen, in dem die Kirche ihre medial hoch begabten Mitglieder ausbildet und anschließend wirken lässt, lag da recht nahe.
Ian: Auch ist die Kirche voll von spannenden Widersprüchen. Wenn man sich ihre Geschichte anschaut ist viel zu finden, was zur einen Zeit wider die göttliche Ordnung war und zu einer anderen gar keine Probleme machte.

WW: Das Evangelium des Judas, die ‚kainitische‘ Gegenbibel, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in eurem Roman. Was hat es damit auf sich?

Alex: Bei diesem Vermächtnis des Judas, das in der geheimen, verschollen geglaubten Bibliothek Pius XII. entdeckt wird, geht es um die Frage ,WAS will der christliche Gott?‘, ,WAS ist sein wahres Motiv?‘, ,WAS steckt wirklich hinter dem Sühnetod Jesu Christi und dem Opfer, das Judas und die restlichen Apostel gebracht haben?’, ,Was hat es mit dem neuen Bund zwischen Irdischem und Himmlischem, zwischen Gott und Mensch, der seit dem 5. Jahrhundert durch das Kreuz symbolisiert wird, tatsächlich auf sich?’ ,Und welche Rolle spielt die Kirche seit 2000 Jahren dabei?’ Das ist das Geheimnis, dem Catherine auf die Spur kommt, und das sie am Ende zwingt mit ihrem Erzfeind Kardinal Ciban zusammenzuarbeiten.

WW: Habt ihr schon Pläne für einen zweiten Roman? Könnt ihr schon etwas darüber verraten?

Alex/Ian: Der 2. Roman liegt schon beim Verlag und wird im Sommer 2012 bei Blanvalet erscheinen. Catherine ermittelt im Fall von Cibans ermordeter Schwester, nachdem der Kardinal, nach einem Attentat auf ihn, schwer verletzt in die Gemelli-Klinik eingeliefert worden ist. Gentechnologie schlägt hier eine Brücke von der Gegenwart bis zur ,Genesis‘. Cibans Familie hütet ein gefährliches Geheimnis, und Catherine erkennt, dass in einem weiteren bliblischen Mythos mehr als nur ein Kern Wahrheit steckt. Und das verändert ihre Beziehung zu Ciban.
Vor kurzem durften wir einen Blick auf das Buchcover des 2. Romans werfen. Wir sind hin und weg, zumal das Cover von einer unserer Lieblingsszenen im Roman 2 inspiriert ist. Am 3. Roman arbeiten wir gerade.

Lux Domini
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Interview TEIL 1

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