Benjamin Cook (Frank Braun) im Gespräch


Frank Braun - der Mann hinter "Alan Demore"
Frank Braun - der Mann hinter "Alan Demore"

Heftromane haben ein ganz eigenes Flair. Der Anspruch an diese schnell gelesenen Werke ist zwar nicht allzu hoch, aber meistens haben sie eine richtig schöne trashige Pulp-Atmosphäre, die ein „normaler“ Genreroman nicht bieten kann. Die bei der Romantruhe erscheinenden „Alan Demore“-Romane strotzen demzufolge geradezu vor Blut, Gore und Sex. Zwei Jahre mussten die Fans dummerweise ausharren – denn die Serie war von der Bildfläche verschwunden -, jetzt jedoch wird sie fortgesetzt! Wortwellen sprach mit Autor Frank Braun.

WW: Die Horrorserie von Benjamin Cook (alias Frank Braun) „Alan Demore“ ist zurück. Was war der Grund für die Einstellung der Serie damals im Jahr 2008?

FB: Eingestellt wurde die Serie damals ja nicht. Ich brauchte einfach nur eine Auszeit. Wenn man bedenkt, dass ich von heute auf Morgen plötzlich Romane veröffentlichen durfte, war das eine gewaltige Herausforderung für mich. Ich betrat ein neues Terrain, war völlig unbekannt und irgendwie wuchs mir dann alles über den Kopf. Ein Hobby wurde quasi zum Beruf. Ich kam von ganz unten und musste mich plötzlich neben großen Namen wie John Sinclair etc. beweisen. Dann die vielen Kritiker, die Fans, eben die hohen Ansprüche, die man von allen Seiten an mich stellte, wurden mir anfangs zu viel. Ich musste mich erst sammeln und kapieren, was da grade vor sich ging.
Von daher war die Auszeit dringend notwendig, um wieder zu mir selbst zu finden und um zu erkennen, was ich eigentlich will.

WW: „Alan Demore“ weist aktuell sieben Publikationen auf. Neue Bände sind in Vorbereitung. Was unterscheidet den neuen „Alan Demore“ vom alten?

FB: Wenn man sich die ersten vier Bände vor meiner Auszeit gönnt und diese mit den neuen Publikationen ab Nr. 5 vergleicht, so stellt man sehr schnell fest, dass „Alan Demore“ eine härtere Gangart eingeschlagen hat. Der ganze Schreibstil hat sich verändert, ist reifer geworden, erwachsener wenn man so will. Als Autor fängt man klein an, wie ein Lehrling. Nur, dass diese Ausbildung niemals endet. Denn man lernt in diesem Berufszweig keineswegs aus. Wenn sich dein Stil nicht weiter entwickelt, dann hast du verloren. Stillstand bedeutet Rückschritt.
Außerdem wollte ich weg von diesem handelsüblichen Plastikgrusel. Dieser Stempel wurde der Serie anfangs aufgedrückt, dem ich somit ab Band 5 „Die Bestie und Geisterschiff“ entgegen zu wirken versuchte. Und es ist mir gelungen, was ich an der positiven Resonanz erkennen konnte. „Alan Demore“ ist nicht nur eine Horrorserie. Sie beinhaltet, oder besser ausgedrückt, sie lässt die verschiedensten Genres in sich einfließen. Fantasy, Mystik, Horror, Erotik usw.
Nicht herkömmlich, aber interessant sind auch die neuen Leseproben, die ich auch als Hörproben auf meiner Webseite anbiete. Der wundervolle Sprecher Sven Matthias hat da wirklich tolle, atemberaubende Hörproben erschaffen. Der Fan kann somit auswählen, ob er Auszüge aus den einzelnen Romanen lieber liest, oder sich anhört.
Wie du siehst, hat sich viel bei „Alan Demore“ getan und dies wird es auch weiterhin.

WW: Heftromane schreiben klingt nach „flott auf’s Papier und ohne Korrektur raus“ – wie kann man bei diesem hohen Tempo als Autor seinen Ansprüchen ans Werk gerecht werden?

FB: Die Manuskripte wandern zuvor immer durch ein Lektorat. Keine Folge wird ohne veröffentlicht. Das finde ich persönlich auch wichtig. Und flott geschrieben werden sie auch nicht. Ich selbst erhebe für mich nicht den Anspruch mit „Alan Demore“ den Nobelpreis zu gewinnen. Oder in Geld zu schwimmen. Ich schreibe, weil ich es liebe. Und nun habe ich die Möglichkeit diese Leidenschaft, oder vielmehr deren Auswüchse mit anderen Menschen zu teilen. Ich bediene eine Nische, in die sich die Leser zurückziehen können, um sich dort einfach unbeschwert unterhalten zu lassen. Heftromane zu schreiben ist nicht weniger anstrengend wie ein dickes Buch zu verfassen. Man findet meine Romane vielleicht nicht auf irgendwelchen Bestsellerlisten. Aber darauf kommt es mir auch nicht an. Ich versuche meine Leserschaft zu unterhalten, sie für einige Stunden aus der Realität zu entführen, ohne dabei großartig nach Anerkennung oder Huldigungen aus zu sein.
Und ganz unter uns. Es gibt Bücher die in den Bestsellerlisten auftauchen, die aber nicht annähernd so gut zu unterhalten wissen, wie ein „kleiner“ stinknormaler Heftroman. Das heißt, dass ein Groschenheft ohne weiteres mit der mächtigen, dicken Konkurrenz mithalten kann.

Alan Demore - Horror aus der Romantruhe
Alan Demore - Horror aus der Romantruhe

WW: Wie wird es weitergehen mit „Alan Demore“? Was planst du für die kommenden Romane?

„Alan Demore“ läuft weiter. Im November erscheint der siebte Band „Pagode des Teufels“. Darauf können sich die Leser schon mal freuen. Denn die Geschichte hat es in sich. Dann gibt es im Frühjahr 2012 die Alan Demore Hörspiele, die unter dem Label Romantruhe-Audio erscheinen werden. Und der Start meiner neuen Serie „Apocalypse – Dead Zone“ steht kurz bevor. Purer, harter Dark Fiction Horror im Stile der George A. Romero Zombiefilmreihe.

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