Cornelis feiert Weihnachten … ;-)


So, jetzt ist es raus: Tausend Jahre in der Zukunft gibt es kein Weihnachten mehr … doch Cornelis aus Bandahui und seine Freunde entdecken in den Werken der Bruderschaft der Archivare Hinweise auf „WEIHNACHTEN“ – ein seltsam archaisches Fest, das die Menschen vor „To mega Therion“ gefeiert haben … 😉

Hier ist dieses kurze „Bonbon“ zum Fest (das heute bei ACABUS auf Facebook erschienen ist):

TNN - Der Auserwählte
TNN - Der Auserwählte

DER WEIHNACHTSBAUM

Cornelis und seine Freunde haben im Rahmen ihrer Ausbildung bei den Archivaren eifrig ihre Nasen in einige Bücher gesteckt und sich aus reiner Neugier mit den Festen der Menschen vor To mega Therion auseinandergesetzt. Ein Fest mit Namen Weihnachten hat es ihnen besonders angetan. Gleich nach den Vorlesungen im Inneren des Weinberges eilen sie hinauf in den Biergarten, der den Eingang zur geheimen Anlage der Bruderschaft kaschiert.
„Menhir, wo ist der Baum, um den ich dich heute Morgen gebeten habe?“ Aurelius beugt sich verschwörerisch zum Wirt. „Konntest du ihn auftreiben?“
„Ja, ja …“, brummt Menhir und schüttelt den Kopf, während er dunklen roten Wein an seine Stammgäste verteilt. „Was ist denn das nur wieder für ein Unfug? Wofür soll denn so ein Baum gut sein?“
Hayo, der Mensch-Tier-Hybrid, zaubert triumphierend eine große Schachtel hinter seinem Rücken hervor und stellt sie auf den Eichentisch. Im Inneren glitzern bunte Kugeln und Sterne. Der Wirt bekommt große Augen, schüttelt den Kopf und stapft mit dem leeren Tablett davon. Kurz darauf kehrt er mit einer hüfthohen Tanne zurück.
„Hier ist der Baum“, brummt er und stellt ihn mitten auf den Tisch. Cornelis drückt dem Wirt als Belohnung einen Stern aus buntem Papier in die Hand.
Hayo und Aurelius hängen unterdessen vorsichtig Kugeln, Lametta und kleine hölzerne Tiere an die Äste der Tanne.
„Was tun sie da?“, fragt Menhir voller Neugier.
„Sie schmücken den Baum …“, erklärt Cornelis grinsend. „Alles selbst gemacht, im Rahmen ihrer Forschungen.“
„Schmücken?“
„Aber ja, das haben die Menschen früher so gemacht. Und wenn der Baum fertig geschmückt ist, dann legt man kleine Geschenke unter die Äste und überreicht sie sich nach einer freudigen Zeremonie als Geschenk.“
Plötzlich halten alle in ihrem Tun inne, selbst der Wirt erstarrt. Professor Aulus, ein wichtiger Mann innerhalb der Bruderschaft der Archivare, ist gerade die geheime Treppe zwischen den Latrinen emporgestiegen und schreitet schnellen Schrittes direkt auf den Tisch mit den Studenten zu. Das kantige Gesicht des Professors zeigt keinerlei Regung, als er den Baum erblickt.

„Stellt euch vor …“, sagt er schließlich triumphierend, als er den Tisch erreicht und sich ein feines Lächeln auf seinem sonst so ernsten Gesicht ausbreitet, „… wie ich gerade einigen Folianten aus dem 40. Stockwerk entnehmen konnte, nachdem Cornelis mich vorher mit seinen Fragen neugierig gemacht hat, haben die Menschen an Weihnachten anscheinend nicht nur Lieder gesungen und Bäume geschmückt, sondern sich auch verkleidet.“ Dann hebt er die Arme, streckt sie weit von sich, und hinter seinem Rücken kommen große silberne Flügel zum Vorschein.
Alle applaudieren beeindruckt.
Menhir schüttelt zum wiederholten Male den Kopf, weiß aber, was zu tun ist, und eilt flink zurück ins Innere der Taverne. Dort zapft er ein Feuerbier für den Professor.
„Ist das wirklich wahr?“, fragt Hayo und deutet auf die herrlichen Flügel hinter Aulus’ Rücken. „Sind die Menschen vor To mega Therion tatsächlich so herum¬gelaufen?“
Professor Aulus runzelt die Stirn. „Nun ja, jedenfalls haben einige unserer Mitbrüder in Seabriggen Figuren mit eben solchen Flügeln neben altertümlichem Kugelschmuck für die Bäume gefunden. Was immer es bedeuten mag, es muss sicher ein schönes Fest gewesen sein.“
Kurz darauf sitzen sie alle mitten im Sommer um den geschmückten Baum herum, trinken und singen selbst erfundene Lieder, und freuen sich über diesen gar merkwürdigen alten Brauch aus der Zeit vor der großen Katastrophe.

Wer es bei Facebook lesen möchte (inklusive „Bier- oder Weingarten-Diskussion“ mit Autorenkollege Andreas Dresen), der muss diesem Link folgen …

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