Karsten Kruschel im Gespräch


Buch des Jahres: Galdäa - Der ungeschlagene Krieg
Buch des Jahres: Galdäa - Der ungeschlagene Krieg

Die Phantastik-Couch ließ abstimmen und das Ergebnis überraschte: nicht Stephen King oder Haruki Murakami lieferten das beste Phantastik-Buch des Jahres 2011 ab, sondern Karsten Kruschel mit „Galdäa – Der ungeschlagene Krieg“ (erschienen im kleinen Wurdack-Verlag).

Grund genug für Wortwellen beim glücklichen Autoren nachzuhaken, wie er das nun so findet.

Karsten Kruschel Sieger bei Phantastik Couch (c) Thomas Schreiter
Karsten Kruschel Sieger bei Phantastik Couch (c) Thomas Schreiter

WW: Karsten, „Buch des Jahres 2011“ bei Phantastik-Couch, das ist
doch was … was geht einem in diesem Moment durch den Kopf wenn man
realisiert, dass man sämtliche große, internationale Autoren geschlagen
hat und selbst auf Platz 1 steht?

KK: Ich war verblüfft. Da standen immerhin Stephen King und Haruki Murakami zur Wahl, und der Kollege Bernd Perplies, der mit seinem Steampunk ja sehr erfolgreich ist.
Mir ging der Gedanke durch den Kopf, daß die Leserschaft der Couch vielleicht ein bißchen SF-lastiger zusammengesetzt ist. Oder Galdäa ist tatsächlich Frauenversteher-SF (was man mir schon vorgeworfen hat) und ich habe ein paar Stimmen von der weiblichen Leserschaft bekommen, die üblicherweise eher zur Fantasy neigt…

WW: Ist diese Auszeichnung durch die Leser der Phantastik-Couch nach
dem gewonnenen Deutschen Science Fiction Preis jetzt endgültig der Punkt,
an dem man zu sich selbst sagt, man steht jetzt literarisch auf eigenen
Beinen und nicht mehr im Schatten des Vaters, der ebenfalls Schriftsteller
war und dessen Roman „Gesucht wird die freundliche Welt“ sogar verfilmt
wurde?

KK: Ich hatte nie das Gefühl, in irgendeinem Schatten zu stehen. Im Schatten kann man auch so schlecht schreiben.

WW: „Vilm – Der Regenplanet“ als auch die Fortsetzung „Vlim – Die
Eingeborenen“ sowie Galdäa sind eigentlich Kurzgeschichten, die,
aneinandergereiht, zu Romanen verdichtet wurden. Ist das nicht eine
ungewöhnliche Vorgehensweise, um Bücher zu schreiben?

KK: Auf jeden Fall ist es eine Methode, die offenbar funktioniert. Ich mag Episodenromane wie Eschbachs Haarteppichknüpfer oder die Drachenpiloten von Keith Roberts sehr…
Wobei im Fall von Galdäa die ursprüngliche Erzählung um die siebzig Seiten hatte und laut nach mehr Hintergrund verlangte. Von da ausgehend habe ich den Roman mehr oder weniger von vorn nach hinten geschrieben und eine zweite Geschichte integriert. Das lief ein bißchen anders als bei Vilm, wo mir ein Erzählungszyklus über die Jahre zum Roman zusammengewachsen ist.
Bei den nächsten Projekten wird es wieder ein bißchen anders laufen.

(Die alten Texte sind übrigens gerade in einem eBook gesammelt erschienen.)

WW: Mit welchen zukünftigen Projekten beschäftigt sich Karsten
Kruschel derzeit? Wohin geht die Reise?

KK: Wenn ich Deine Fragen beantwortet habe, setze ich mich wieder an das Schlußlektorat von „Vilm. Das Dickicht“. Vorhin habe ich die Druckfahnen der Kurzgeschichte „Vom Ursprung der Regendrachen“ abgesendet. Die handelt wieder auf dem Regenplaneten und ist in der Drachen-Anthologie des Blitz Verlags enthalten. Das wird übrigens ein tolles Buch!
Für eine Anthologie mit Weltuntergangsgeschichten werde ich meine Story noch fertigschreiben, schließlich soll das Buch noch vor dem Weltuntergang herauskommen.
Danach muß ich mich zwischen drei Buchprojekten entscheiden, die momentan noch nebeneinander vor sich hin köcheln. Zwei davon sind wieder im Universum n. L. angesiedelt, also da, wo auch Vilm und Galdäa handeln.

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