Wohin dreht sich die Buchwelt 2013, Klaus N. Frick?


[Hier kommt noch ein Nachzügler, den dessen Gedanken wir aber sehr gerne noch hören wollen …]

Gutenbergs Erben schreiten nicht geordnet, sondern taumeln geradezu ins digitale Zeitalter – auf der Frankfurter Buchmesse 2012 war allenthalben von ‚Krise‘ und ‚Ratlosigkeit‘ angesichts von Themen wie Urheberrechtsreform oder eBooks die Rede. Der Ausblick auf 2013 ist für die Branche ungewiss. Wird das gedruckte Papier (ja gar die Verlagswelt selbst) weiterbestehen oder durch neue Medien und neue Player ersetzt, werden gestandene Bestsellerautoren von unbedarften No-Names auf dem digitalen Marktplatz verdrängt? Was sind die Inhalte von morgen? Die Auguren des Feuilletons und des Börsenvereins finden im Kaffeesatz keine Antworten mehr auf diese Frage. Jetzt sollen die Macher selbst (Autoren, Verleger, Medienprofis, Herausgeber) hier auf Wortwellen zumindest ihrem (professionellen) Bauchgefühl Ausdruck verleihen und einen Blick in die Zukunft riskieren …

Die neue Interview-Reihe auf Wortwellen
Die neue Interview-Reihe auf Wortwellen

 

Heute: Klaus N. Frick, Redakteur von „Perry Rhodan„, der größten Science Fiction Serie der Welt.

Klaus N. Frick - (c) Pabel-Moewig Verlag, Rastatt
Klaus N. Frick – (c) Pabel-Moewig Verlag, Rastatt

WW: Welche persönlichen Veränderungen erwartest du 2013 als Redakteur der größten Deutschen Science Fiction Serie?

KNF: Ich hoffe, dass sich bei mir persönlich einige Dinge verändern, möchte diese aber nicht ins Internet ausplaudern. Privat soll zumindest solange privat sein, wie es nicht spruchreif ist. Geschäftlich wird sich bei PERRY RHODAN einiges tun: neue Autoren, neue Handlungsverläufe, neue Reihen, noch mehr E-Books. Wir sind nach wie vor dabei, unsere Arbeitsbereiche auszudehnen?

WW: Worauf müssen sich Verleger und Leser einstellen?

KNF: Ich hoffe, ich verstehe die Frage richtig … Verleger müssen sich auf mehr Konkurrenz einstellen, Leser können sich auf ein höheres Angebot freuen – beides hat gute wie schlechte Seiten. Es werden 2013 noch mehr schlechte Bücher erscheinen als 2012; das ist auf jeden Fall sicher.

WW: Welche Chancen siehst du?

KNF: Es wird noch einfacher, Bücher zu publizieren, sowohl elektronisch als auch gedruckt. Das verspricht gewissermaßen eine Demokratisierung des Buchmarktes: mehr Zugang für Menschen zum Buchmarkt.

WW: Welche Gefahren siehst du?

KNF: Der Anteil an unlesbarem Schrott wächst 2013 explosionsartig. Auch das schlechteste Lektorat hatte bislang eine positive Filterfunktion; jetzt kann jeder Analphabet seine unlesbaren Romane veröffentlichen. Allerdings ist das keine Gefahr – ein Leser, wie ich, der im Jahr einige Dutzend Romane liest (neben denen, die er veröffentlicht und vor Veröffentlichung ja lesen muss …), kann den Schrott ja auch einfach ignorieren.

WW: Welches Projekt willst du 2013 unbedingt realisieren?

KNF: Wie jeder andere auch möchte ich endlich meinen großen eigenen Roman schreiben. Und veröffentlichen … Und das hat, so finde ich, angesichts meiner vorherigen Aussagen einen gewissen Heiterkeitswert.

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Über Klaus N. Frick:

Der Herr über Perry Rhodan, Atlan und Gucky erblickte 1963 das Licht der Welt. Als Redakteur betreut er die weltgrößte Science-Fiction-Serie nahezu im Alleingang und verfasst gelegentlich auch eigene Texte.

2 thoughts on “Wohin dreht sich die Buchwelt 2013, Klaus N. Frick?”

  1. Man kann Klaus nur recht geben, zu seiner Einschätzung der Lage am Buchmarkt. Als langjähriger Perry Rhodan Leser (Silber Bände – und Publikationen im Heyne Verlag) würde ich es echt zu schätzen wissen, auch mal einen Beitrag zum Perry Rhodan Universums von Klaus N. Frick in Händen zu halten, wenn es seine knapp bemessene Zeit nur irgendwie erlauben würde. Man würde sich – ja schon mit einer netten kleinen Stellaris Geschichte – zufrieden geben!

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