Steffen Janssen im Gespräch


Dunkle Phantastik - Der Luzifer Verlag
Dunkle Phantastik – Der Luzifer Verlag

Seit 2011 gibt es einen neuen Phantastik-Verlag in der deutschen Literaturszene. Inhalte, Covergestaltung und Webauftritt sind von außergewöhnlich hoher Qualität und diverse Nominierungen belegen: mit dem LUZIFER-Verlag kommt ein neuer Name, der souverän am Markt mitzuspielen gedenkt. Wortwellen sprach mit Verleger Steffen Janssen.

Steffen Janssen - der wichtigste Verlagsnewcomer der letzten Jahre.
Steffen Janssen – der wichtigste Verlagsnewcomer der letzten Jahre.

WW: Innerhalb von nur zwei knappen Jahren hat sich der LUZIFER-Verlag zu einer festen Größe in der phantastischen Szene gemausert.  Zwölf (!) Titel sind bereits auf dem Markt, einer davon gewann 2011 sogar den 3. Platz beim Vincent Preis. Dieses Jahr sind gleich drei Bücher dort im Rennen. Gibt es für derartige Erfolge aus dem Stand heraus irgendeine Zauberformel?

SJ: Eine Zauberformel? Das wäre toll – und reger Gebrauch mein täglich Brot 😉 Nein, ich kann dazu wirklich nur sagen, selbst völlig überrascht zu sein. Von einem derartigen Zuspruch hätte ich nie zu träumen gewagt, freue mich aber riesig für die Autoren, denen diese Auszeichnung zu recht gebührt. Ich wünsche mir sehr, auch in Zukunft Bücher verlegen zu dürfen, die einen derart lobenden Zuspruch verdienen.

Graues Land - bereits mehr als 3000 Stück verkauft.
Graues Land – bereits mehr als 3000 Mal verkauft.

WW: Der Verlagsname vermittelt möglicherweise auf Außenstehende den Eindruck, man habe es hier ausschließlich mit knallharten Horrortiteln zu tun. Tatsächlich ist deine Intension jedoch eine andere. Welche Genres werden im LUZIFER-Verlag publiziert?

SJ: Nun, Phantastik im weitesten Sinne. Dabei lege ich mich ganz bewusst nicht auf ein einzelnes Genre fest. Wie ja auf der Homepage nachzulesen ist, sollten Idee und Umsetzung eines Titels recht ungewöhnlich (also besonders gut, haha) sein, dann kann es eine Endzeit-Novelle, ein Mystery-Thriller oder gern auch eine total durchgeknallte Persiflage sein.

WW:  Ist eine Verlagsneugründung in einer Zeit in der niemand weiß wohin die Buchbranche steuert nicht arg riskant? Welche wirtschaftlichen, inhaltlichen Ziele hast du dir gesetzt für die kommenden Jahre? Kann man irgendwann vielleicht vom eigenen Verlag leben?

SJ: Nun ja, der Verlag war eigentlich nur als „Hobby“ geplant, die bisherige Entwicklung anfangs nicht andeutungsweise absehbar. Mittlerweile ist es ein gewachsenes System mit entsprechender (und gerechtfertigter) Erwartungshaltung seitens der Autoren und Leser – und damit verbundener Verantwortung. Dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist mir derzeit wichtiger als wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Selbstverständlich ist es eine komfortable Situation, wenn sich ein junger Verlag selbst trägt. Dies als Ziel ist doch eine sportliche Herausforderung 😉

"Kalt geschminkt" - der erste Roman von Rona Walters
„Kalt geschminkt“ – der erste Roman von Rona Walters

WW: Du folgst nach einem Bekunden keinen Markt-Trends, sondern lässt auf Facebook über neue Titel abstimmen. Wie funktioniert das?

SJ: Dieses „Abstimmungsportal“ ist ein Experiment. Ob das funktionieren wird, weiß ich noch nicht. Natürlich bekomme ich wie jeder andere Verleger auch Manuskripte auf postalischem oder elektronischem Weg. Üblicherweise verlasse ich mich eben auf meinen „Riecher“ …

WW: Willst du uns etwas über deine Neuerscheinungen für 2013 verraten?

SJ: Oh, was willst du wissen? Aktuell sind 11 deutsche Erstveröffentlichungen, 3 Übersetzungen und 3 Hörbücher in Planung. 2013 ist ein sehr spannendes Jahr, welches ich wohl nur mit hochgekrempelten Ärmeln überstehen kann. Persönliche Highlights kann und möchte ich gar nicht nennen, denn eine solche Entscheidung fiele mir nicht nur schwer, sondern ist schier unmöglich. Ich freue mich einfach auf jedes neue Buch, welches ich in Händen halten darf.

Horror-Thriller aus Österreich
Horror-Thriller aus Österreich